Ausgleichsdämmung

Rohre, Rohre, Rohre,... . Und wohin mit der Dämmung?

Unebenheiten der Rohbetondecke, insbesondere aber die heute zumeist auf der Rohbetondecke verlegten Rohre und sonstigen Installationen sind vor der Estrichverlegung auszugleichen. Dieser ist gemäß DIN 18560 in einer möglichst gleichmäßigen Dicke herzustellen und dient nicht zum Ausgleich von Unebenheiten.

Nach DIN 18353 muss der Estrichleger bei Prüfung der Vorleistungen Bedenken anmelden, wenn zum Beispiel Rohrleitungen oder dergleichen auf dem Untergrund verlegt sind.

Die DIN 18560 schreibt vor, dass der tragende Untergrund keine punktförmigen Erhebungen, Rohrleitungen oder Ähnliches aufweisen darf, die zu Schallbrücken und/oder Schwankungen in der Estrichdicke führen können.

Trotz dieser eigentlich eindeutigen Aussagen findet man bis heute immer noch eine kreative, manchmal fast einzigartige Schnitztechnik vor. PUR, EPS, XPS oder was man sonst noch als Wärmedämmung am Boden vorfindet wird mittels eines mehr oder weniger geeigneten Messers möglichst passend zurecht geschnitten und irgendwie mehr oder weniger bündig zwischen die Rohre gedrückt. Kleinere Ritze oder Fehlstellen werden in der Regel mit Schüttungen unterschiedlichster Art verfüllt.

Diese Art des Rohbodenausgleichs erfüllt jedoch seinen Zweck häufig nur ungenügend. Unebenheiten der Rohbetondecke können nicht oder nur teilweise ausgeglichen werden, wozu es später zu Problemen mit dem Estrich und/oder der Fußbodenheizung kommen kann. Zu dünne Bereiche sind spannungsanfällig. Es kann zu Rissen in Estrich und Belag kommen. Zu dicke Bereiche trocknen schlecht. Bauverzögerungen, Spannungen, aber auch Verformungen der Estrichplatte und somit Spätschäden sind typische Folgen.

Um dies zu verhindern ist ein Ausgleichsestrich die perfekte Lösung. Ausgleichsestriche/Ausgleichsdämmungen gibt es mittlerweile in den verschiedensten Formen: mit oder ohne Dämmeigenschaften, für unterschiedliche Verkehrslasten und auch für Außen- und Nassbereiche.

Vielfach sind aber entsprechende Ausgleichsschichten in der Planung nicht berücksichtigt. Und das obwohl bereits im Januar 2016 der Bundesverband Estrich und Belag hierzu in seinem Merkblatt "Hinweise zur Planung und Ausführung von Fußbodenkonstruktionen bei Rohren, Leitungen und Einbauteilen auf Rohdecken" eindeutig Stellung nimmt. Hierdurch werden sowohl Planer als auch Estrichleger verstärkt in die Verantwortung gezogen. Ein weiteres Merkblatt auf das zuvor genannte BEB-Merkblatt aufbauend, wurde von den Verbänden IGE und WTM auf ihrer Internetpräsenz www.pro-fliessestrich.de veröffentlicht: